Home » A Alphabetisches Glossar

A Alphabetisches Glossar

Print Friendly, PDF & Email

A

Abhijñā (sk) B.

Vom Stamm abhi und der Wurzel jñā: erkennen, wahrnehmen. Das Wort bezeichnet die paranormalen Fähigkeiten (vgl. Siddhi), die mittels des vierfachen Dhyāna erworben werden (siehe: T.G.). Im Buddhismus machen sie die fünf oder sechs übersinnlichen Kräfte, Fähigkeiten oder “Super-Kenntnisse” aus, die erlangt werden, wenn die Buddhaschaft erreicht ist. Man sagt, dassGautama, der Buddha, die sechs Abhishnās in der Nacht seiner Erleuchtung erworben hat. In allen Formen des Buddhismus werden diese Kräfte oder “Super-Kenntniß e” verschieden klaß ifiziert, gewöhnlich jedoch unterschieden in weltliche (laukika) und “überweltliche” (lokottara). Die ersten fünf werden meistens wie folgt angegeben: 1.) Divyachakṣus (göttliches Auge; Sicht der Götter), unmittelbare Wahrnehmung von allem, was man sehen will. 2.) Divyaśrota (göttliches Ohr, Gehör der Götter), augenblickliches Begreifen aller Klänge auf jedem Gebiet. 3.) Ṛddhisakṣatkriyā, die Kraft, sich durch seinen Willen sichtbar zu machen, intuitive Wahrnehmung. 4.) Pūrvanivāsa-Jñāna, (die Kraft, frühere Inkarnationen zu kennen), auch Pūrvānivāsānusmṛti Jñāna genannt (Erinnerung an früheres Dasein). 5.) Parachitta Jñāna (das Wiß en um die Gedanken anderer), Einsicht in ihr Denken und in ihre Herzen. In dieser ersten Folge, abgesehen von der in der Stimme, so als Deva-Gehör, Deva-Sicht und die Fähigkeit, sich frei in der Luft zu bewegen (wie ein Khechara, d.h. ein “Himmelswanderer”) – was nur eine der Fähigkeiten ist, um alle physischen Hinderniße zu meistern (von dichter Materie bis zum lodernden Feuer) und auf dem Waß er zu gehen – gibt es intimere Formen der Kenntnis, wie z.B. in die Gedankenwelt und Gefühle anderer Menschen einzudringen, um verborgene Mechanismen von Karma zu entdecken und eine vollkommene Übersicht über ihre vielen früheren Inkarnationen zu erlangen. Außer diesen fünf (relativ) geringeren ṛddhis (Pāli: Iddhis) gibt es die sechste Kraft, die überweltliche, nämlich die “Vernichtung aller Unreinheiten und Hinderniß e” (Āśravākṣaya Abhijñā), die den Arhat zur endgültigen Befreiung führt. Āśravākṣaya (Beherrschung der Strömung und Schmerz-Vernichtung) bedeutet ein Erlöß eschen jeder Unkenntnis und den Eintritt in den Strom der höchsten Erkenntnis. Während die Abhijñās im Verlauf geistigen Fortschritts erreicht werden können, mißbilligte der Buddha dergleichen Versuche, solche Fähigkeiten zu entwickeln; und wenn sie spontan auftreten würden, sollten sie nicht zur Schau gestellt werden.

Acht schreckliche Katastrophen

Unter diesen Katastrophen oder Ursachen des Leidens (Pāli: dukkha) sind vier mit dem Körper verbunden (Geburt, Alter, Krankheit und Tod), und drei mit dem mentalen Zustand (Verlust dessen, was man liebt, Trübsal, verursacht durch das, was man nicht wünscht, und das Unvermögen, zu bekommen, was man wünscht). Ferner ist man mit

dem trügerischen, irdischen Zustand verbunden (Inkarnation in die fünf Skandhas oder Aggregate, die das persönliche psycho-physische Wesen formen).

Adept – Th.

Im Latein der Alchimisten heißt Adeptus: derjenige, der das Magnum Opus (Stein der Weisen) ausgeführt oder erreicht hat. Im Okkultismus bezeichnet das Word jemanden, der den Grad der Initiation erreicht hat, ein Meister in der Wissenschaft Esoterischer Philosophie. (T.G.)

Ādi-Buddha (sk) B., Th.

Der ursprüngliche oder allerhöchste Buddha. Das allerhöchste Wesen über allen anderen Buddhas, der Eine Unbekannte. In der Theosophie ist es der höchste Aspekt, oder die Sub-Entität, des allerhöchsten Wundersamen Wesens unseres Universums, das im verherrlichten Dharmakāya-Stadium existiert. Ādi-Buddha ist der individualisierte monadische Brennpunkt von Ādi-Buddhi, die ursprüngliche kosmische Weisheit oder Intelligenz, ewig und bedingungslos, deren Anwesenheit in der spirituellen Kette ausgedrückt ist, die von den Dhyāni-Buddhas bis hin zu den inkarnierten, spirituellen Meistern reicht. “Das Ewige Licht” (T.G.). Siehe: Vajradhara (vgl.: S.D. I, 571).

Ādi-Budha (sk) B., Th.

(ādi = erst und budh = Weisheit). Ursprüngliche Weisheit; die erste oder namenlose Gottheit (S.D. xix, 54 Fn., II, 48).

Ahaṁkara (sk) H.

Das Bewußtsein des “Ich” als individuelle Identität, die in der inkarnierten

Persönlichkeit zum Ich-Gefühl (oder niederem Ego) führt, das sich selbst als ein einmaliges oder bleibendes Wesen wahrnimmt, verglichen mit dem Rest der Welt. Daher das “Gefühl der Abgeschiedenheit” (vgl.: Licht auf dem Pfad (1) und der trügerische Glaube an die Persönlichkeit (Sakkāyaditthi).

Ajñāna (sk) H.

Nicht-Weisheit, die Abwesenheit von Weisheit, als Folge der vielen Illusionen, die über die Scheinwelt instand gehalten werden, und dem Nicht-Wahrnehmen der spirituellen Welt.[1]

Ākāśa (sk) H.

Der alles durchdringende Raum, eine subtile Essenz (das fünfte Element), die das ganze Universum durchzieht (vgl.: Bhagavad-Gītā XIII, 32). Ākāśa wird oft mit äther identifiziert, er ist jedoch nur eine niedere Erscheinungsform von Ākāśa, dessen Eigenschaft Klang ist (sk.: Śabda), die auf die Idee vom Verbum, Wort oder Logos hinweist, oder auch auf die göttliche Resonanz, die das Leben des ganzen Kosmos unaufhörlich durchdringt und unterstützt. Vom Standpunkt der Energie aus gesehen oder der spirituellen Schwingung, ist Ākāśa der unentbehrliche Agenz für jede magische Handlung oder mystische Erfahrung. In einer Hinsicht drückt sich diese universelle Kraft als Kuṇḍalinī aus, die “okkulte Elektrizität, der Alkahest der Alchimisten, oder als universelles Lösungsmittel” (T.G.). Im Hinduismus gebraucht man Ākāśa auch, um den verborgenen Raum des Herzens anzudeuten.

Akṣara (sk) H.

Unzerstörbar, unveränderlich. Es ist der dem Selbst (oder Puruṣa) gegebene Name, nicht manifestiert und unveränderlich, und wird als der “Herr” (Iśvara) des Universums beschaut und wohnt in den Herzen jedes Wesen (vgl.: Bhagavad-Gītā XV, 17-18 und Muṇḍaka Upaniṣad II, 1, 1, 2). Erreicht man Akṣara, bedeutet das die Verwirklichung der Allwissenheit (Bhagavad-Gītā XV, 19). Das Wort deutet auch auf die mystische Silbe AUM hin.

Ālaya (sk) B., Th.

Wörtlich: Gefäß (Behälter), Schutz. H.P.B. verwendet Ālaya im Sinn von Universaler Seele, Weltseele oder Über-Seele. In ihrer letztendlichen Essenz ewig und unveränderlich, wird diese “Große Seele” “die Basis für jedes sichtbare und unsichtbare Ding” und “widerspiegelt sich in jedem Objekt des Universums”, “so wie der Mond im klaren und ruhigen Wasser” (vgl. S.D. I, 47 et seq.). Als “Weltenmutter” oder “Mutter des Universums” liegt Ālaya in seiner mystischen Bedeutung dicht bei Ākāśa. Als Basis oder Wurzel aller Dinge gleicht Ālaya auch der Wurzelsubstanz (Mūlaprakṛti) des Kosmos (T.G.). Ālaya ist für jeden Menschen vor allem der geistige Pol, der Meister, seines innerlichen Lebens, der letztendlich und auf eine eindrucksvolle Weise, “das Selbst eines fortgeschrittenen Adepten” wird. (S.D.I, 49).

Also habe ich gehört– B.

Ein Ausdruck, der von Ananda, einem der großen Lehrlinge des Buddha, benutzt wurde, als er die Lehren des Meisters aufschrieb. Er steht am Anfang der Sūtras in den buddhistischen Kanons.

Amitābha(sk) B.

Wörtlich: unendliches Licht; dieser Name wird oft mit Amitāyus (“ewige Lebensspanne” = “unbegrenzt”) verbunden, um einen Buddha anzudeuten, der im nördlichen Buddhismus sehr beliebt ist und über ein legendarisches Paradies regiert, das im Sanskrit Sukhāvati (glücklicher Ort) und im Tibetischen Devachan genannt wird. Der sehr barmherzige, und vom Volk sehr verehrte Buddha Amitābha ist eine Vermenschlichung “der ursprünglichen Auffassung des Ideals eines unpersönlichen, göttlichen Lichts” (T.G.), und Amitābha’s Paradies ist kein Ort, sondern ein Bereich der Bewußtseinserfahrung, (vgl. S.D. I, 108), wo Amitābha der Dhyāni-Buddha ist und sich als der innerliche “Gott” in Gautama, dem Buddha, manifestiert.

Amṛta(sk) H.

Nicht-Tod, Unsterblichkeit; gleichzeitig das Lebenselixier, das Unsterblichkeit verleiht.

Anāgāmin(sk) B.

“Einer, der nicht zurückkehren wird” in die Welt der Sinne und Begierden. Es ist das dritte Stadium auf dem Vierfachen Pfad, der zur Befreiung aller Bindungen führt.

Anāhata Śabda(sk) H.

“Ein nicht angeschlagener Ton” und “nicht durch Schlagzeug erzeugt”. In den mystischen Schriften wird oft auf diese innerliche Klangerfahrung hingewiesen (siehe: Jñāneśvarī VI, 274); sie muß jedoch übertroffen werden. Dieser Ausdruck (wie auch die verwandte Ausdrucksweise Anāhata Nāda) weist ebenfalls auf den Klang des AUM hin. Anāhata bedeutet überdies Chakra (oder okkulter Ursprung) des Herzens, das während der Meditation des Lehrlings durch Kuṇḍalinī aktiviert wird.

Antaḥkaraṇa(sk) H., Th.

Im Hinduismus: “das innere Organ”, Sitz der menschlichen Psyche mit mentalen Eigenschaften (Manas, Buddhi) und Ahaṁkāra. Theosophisch gesehen ist es gewissermaßen die Brücke, die zu Lebzeiten zwischen dem höheren Ego und der inkarnierten Persönlichkeit aufgebaut wird. Sie dient als Kommunikationsmittel zwischen dem höheren und niederen Manas (aktiv im Erdenmensch) und gewährt den Ausdruck der intuitiven Stimme in der menschlichen Seele und die Aufnahme von Eindrücken und Gedanken gehobener und universaler Art in den Bereich des permanenten, höheren Ego, die von der unsterblichen Entität (T.G.) assimiliert werden können. Der Lehrling, der sein Bewußtsein bis hin zur göttlichen Essenz richten kann, versucht, den Abstand zwischen ihm selbst und der Essenz aufzuheben (um auf diese Weise die Brücke von Antaḥkārana symbolisch “zu vernichten”, gerade durch die Auswirkung dieser Vereinigung). Man sollte dies jedoch nicht mit dem dramatischen Bruch jener lebenswichtigen Bindung verwechseln, die zwischen der Persönlichkeit und ihrem tiefgründigen Ego besteht, und bei völlig moralisch verdorbenen Menschen vorkommt.

Arahatta(Pāli) B.

Das Stadium oder der Zustand von Arahant. Arahatta-Magga ist “der Pfad des Arahatta”, der zu dieser Verwirklichung führt (siehe: Arhat).

Āraṇyaka (sk) H.

Abgeleitet von Āraṇya: abgelegener Ort, Wüste oder Wald (wohin die Einsiedler sich zurückziehen). Āraṇyaka beschreibt: a) einen Einsiedler des Waldes; b) eine Sammlung philosophischer und religiöser Kommentare (vgl.: Bṛhadāraṇyaka Upaniṣad).

Ardhamātrā (sk) H.

Die Hälfte (Ardha) eines Versmaßes (Mātrā), besonders bei einer kurzen Silbe. In einem Artikel (Theos., Nov. 1889, S. 121) wird Ardhamātrā mit “dem Ton identifiziert, der das Aussprechen der Silbe AUM beendigt”.

Arhan (sk) B.

Siehe: Arhat

Arhat (sk) B.

Pāli: Arahant; singalesisch: Rahat; chinesisch: Lohan. Wörtlich: “verdienstlich” (nicht mit Ārya = “edel” zu verwechseln). Im Hīnayāna-Buddhismus: einer, der das vierte Stadium des Vierfachen Pfades erreicht hat; befreit von den Ketten der Begierde, erreicht er das Niveau von Nirvāṇa. Die Bezeichnung Arhat wird oft Würdenträgern des Buddhismus verliehen. Der Arhat (im Hīnayāna) steht manchmal im Gegensatz zum Bodhisattva (im Mahāyāna), der die Früchte des Nirvāṇa verweigert; aber H.P.B. macht diesen Unterschied nicht. Sie meint mit Arhat manchmal einen “in die esoterischen Mysterien Eingeweihten” (T.G.). Wie dem auch sei, ein Arhat verfügt über große übernatürliche Kräfte.

Ārya (sk), B., H.

Ein Adjektiv, das mutig, edel, aufrichtig bedeutet, und, sozial gesehen, einen “Arier” in Indien andeutet. Im Buddhismus kommt öfters der Pāli-Ausdruck Ariya (auch Ayira und Ayya) vor, um die Vortrefflichkeit eines Dinges oder Individuums auszudrücken, wie z.B. Ariyapugalla, ein “edles Wesen”, das den Vier “Edlen Wahrheiten” (Ariyasacca) Aufmerksamkeit schenkt und den vierfachen “Edlen Pfad” (Ariyamagga) geht.

Āryāsaṅgha (sk) B.

Pāli: Ariyasangha. Das Wort bedeutet: a) die Gemeinschaft der “Edlen”, alle Mitglieder einer Saṅgha, und b) der Gründer der Yogāchāra-Schule. Im Theosophical Glossary beschreibt H.P.B. Āryāsaṅgha als einen “Arhat, einem direkten Lehrling von Gautama dem Buddha”, der dem Christentum lange voranging. Seine Schriften wurden nie veröffentlicht. Dasjenige, das wenigstens später verbreitet wurde, vermischte man mehr oder weniger mit dem Śivaismus und dem Tantrismus. Darum sollte man “diesen vorchristlichen Adepten, Gründer einer esoterischen Schule” des reinen Buddhismus (vgl.: S.D. I, 49 Fn.), , nicht mit einer anderen Figur desselben Namens verwechseln, der viel später gelebt haben soll (siehe die Orientalisten zur Zeit von H.P.B.). Heute ist der allgemein anerkannte Gründer der Yogāchāra-Schule Asaṅgha (auch als Āryasaṅgha bekannt). Er war der Bruder von Vasubandhu, ein anderer buddhistischer Meister des 4. Jahrh. n.Chr.

Asat (sk) H.

Nicht-Sein, Nicht-Bestehen, deutet an: a) das, was nicht Sat ist (“Sein in der Essenz”, “Seinheit”), also: Schein, Illusion, Irrtum (die Basis der untergeordneten materiellen Welt), und b) im zusammengesetzten Wort Sat-Asat , das unbegreifliche Nichts, das auch die Essenz des Seins ist (das auf das Absolute hindeutet); die zwei Begriffe sind das “Alfa und Omega des östlichen Esoterizismus” (S.D. II, 449). Das Wort Asat kann auch Mūlaprakṛti, die nicht differenzierte Substanz, andeuten (S.D. II, 597 Fn).

Asket

Aus dem griechischen Askein: durch Übungen biegsamer machen, genauso wie die Athleten es mit ihrem Körper tun). Eine Person, die sich den Übungen der spirituellen Lehren vollkommen widmet.

Astral – Th.

Wörtlich: aus der etherischen, lichtgebenden Natur der Sterne bestehend. In der Theosophie wird der Ausdruck “astral” aber für die leuchtende Materie gebraucht, die um einen Grad weniger grob ist als die physische Materie. Die astrale Substanz entspricht dem Grad der Differenzierung und Verdichtung der Ur-Substanz (Mūlaprakṛti), die der groben, physischen Materie vorangeht. Die Astralwelt gilt als das unsichtbare Gebiet, das dem unseren am nächsten steht. Hier haben die Formen aller Lebewesen ihren Ursprung und ihre Entwicklung. Der Astralkörper, oder das Astraldoppel, ist der etherische Gegenpol zum menschlichen Körper (und aller anderen Wesen): es ist die Basis zum Zusammenhalt und vitalem Dynamik des physischen Organismus. Aber gleichzeitig entfalten sich innerhalb dieses astralen Umfeldes – der notwendige “Vermittler” zwischen dem Physischen und dem Spirituellen – alle Energien und Bilder der menschlichen Psyche (ebenso wie des Planeten). Man sollte sich davor hüten, das astrale Doppel mit der astralen Seele (oder dem astralen Selbst, oder auch mit dem persönlichen Selbst) zu verwechseln, die auf die psychische Persönlichkeit des Menschen hinweist, die als eine lebendige astrale Einheit betrachtet werden sollte und mit allen irdischen Gedanken an Leidenschaften und Begierden erfüllt ist (sk.: Kāma). Die astrale, eine sich über verschiedene Gebiete ausbreitende Sphäre – ist in erster Linie die Welt des Mondes, die das Sonnenlicht des Geistes bis zu einem bestimmten Grade filtert, jedoch auch die irdischen Ausströmungen reflektiert. Die energetische Substanz, die diese Sphäre durchdringt, ist das Astrallicht. Sein oberes Gebiet (mit Ākāśa verbunden) ist beinahe göttlich, während seine unteren Gebiete, durch die psychischen Ausströmungen der Erde vergiftet, gefährlich, ja selbst dämonisch sind. Éliphas Lévi hat es “die große astrale Schlange” genannt. Der Lehrling wird daher gewarnt, daß er dort niemals gefahrlos eindringen kann. Das Astrallicht ist auch der Sitz des großen, lebendigen Gedächtnisses der Natur.

Asura (sk) H.

Wird hier gebraucht als “Nicht-Gott” (tib.: Lhamayin): Dämon, der Feind der Götter, also die Bedeutung des Wortes Asura, nachdem sie verdreht wurde. (Die ursprüngliche Bedeutung war: “der Atem Gottes” und bezeichnete hohe spirituelle Wesen oder den Höchsten Geist des Universums).

Ātma(n) (sk) H.

Dieses Wort ruft die Idee des Selbst auf (mit seinen mehreren möglichen Bedeutungen), zu allererst jedoch die Idee des Höchsten Selbst, das in der Essenz mit Brahma(n) übereinstimmt, dem Unpersönlichen Absoluten. Im Menschen bedeutet es vor allem der göttliche und dauerhafte Pol, das Höhere Selbst, das sein Licht in Wirklichkeit über alle Wesen ausstrahlt. Der Sinn eines Selbst (Ātma) oder eine fundamentale Identität, kann auch auf eine irdische Persönlichkeit übertragen werden, aber für den exoterischen Buddhismus, der das Nicht-Bestehen eines solchen Selbst verkündet (die Lehre des Anātman), ist es eine moralisch pervertierte Illusion. Die Bhagavad-Gītā (VI, 5) lehrt uns, daß das niedere Selbst vom (höheren) Selbst hervorgehoben werden muß, und zwar durch Yogadisziplin und Meditation. In der Theosophie bedeutet das Höhere Ego der individualisierte Brennpunkt jenes universalen Bewußtseins, das sich im Licht von Ātma badet.

Ātmajñānin (sk) H.

Einer, der sich selbst kennt. In der Vedānta: derjenige, welcher die Kenntnis von Ātma, göttlich und universal, besitzt.

Attavāda (Pāli) B.

Die Lehre besagt, daß es ein bleibendes persönliches Selbst, oder “Ich”, gibt.

AUM (sk) H., B.

An erster Stelle die heilige Silbe von drei Buchstaben, die an jede Dreifältigkeit erinnert. (Siehe: Maṇḍūkya Upaniṣad und die Artikel von W.Q. Judge, in “Theosophical Articles”, Band I, S. 559; The Theosophy Company, Los Angeles, 1980 publiziert.

Avalokiteśvara (sk) B., Th.

Dieses Wort kann verschieden ausgelegt werden: “Der Herr, der aus der Höhe schaut”, “Einer, der die Klänge (oder Schreie) der Welt hört”, usw. Er ist die beliebteste Gottheit des nördlichen Buddhismus (der Schirmheilige von Tibet, Chenrezi). Als lebender Vertreter des Mitleids und der spirituellen Weisheit Amitābhas, wird dieser große Dhyāni-Bodhisattva als Träger des blauen Lotus dargestellt, daher sein Name Padmapāni. In der Theosophie weist alles, was über ihn gesagt wird, auf den Logos hin im Verband mit Kosmos und Mensch (T.G.). Wörtlich bedeutet Avalokiteśvara: “der Herr, der gesehen wird”, im besonderen Sinn “das Höhere SELBST, vom (menschlichen) Selbst aus gesehen”, der Ātman, oder das siebte Prinzip, verschmolzen mit dem Universalen, wahrgenommen von der göttlichen Seele des Menschen (Buddhi, das sechste Prinzip). Von einer höheren Warte weist Avalokiteśvara auf das siebte Universale Prinzip hin, den Logos, von Buddhi oder der Universalen Seele wahrgenommen, und zwar als Synthese der sieben Dhyāni-Buddhas (S.D.I, 108-110, 470-3). Generell ist es der eine und universale Geist, allgegenwärtig, und manifestiert sich im Tempel des Makrokosmos und des Mikrokosmos. H.P.B. identifiziert Padmapāni auch mit dem Ego oder dem höheren Manas im Menschen (T.G.). Die mystische Formel “Om Mani Padme Hum” (die das “Juwel im Lotus wachruft”) soll diese göttliche Anwesenheit des Logos im Heiligtum des Herzens unmittelbar anrufen (T.G.).

Avichi (sk) B.

Tib.: Myalba. Wörtlich: ohne Wellen, ohne Unterbrechung. Ein höllischer Zustand. Exoterisch: Avichi-Niraya (Pāli) ist eine der großen Unterwelten, die im Pāli Kanon in realistischen Farben geschildert werden.

Avidyā (sk) H., B.

Unwissenheit im Sinn von nicht wissen, die wahre Natur der Dinge nicht wahrnehmen. Daher in der Vedānta: die Illusion (personifiziert als Māyā); im Buddhismus ist es die Täuschung, der Wahn, die Abwesenheit der Fähigkeit zu unterscheiden, was die Basis der ursächlichen Verkettung des Leidens und der Zyklus der Wiedergeburten oder Saṃsāra ist.

  1. Collins, Mabel: Light on the Path and Through the Gates of Gold. Theosophical University Press, Pasadena, Ca., 1997, S.3 [<<]